Deine Kommode ist praktisch, aber sie könnte ein bisschen mehr Persönlichkeit vertragen? Mit Colour Blocking bekommt sie einen klaren Farbakzent: nicht viele kleine Muster, sondern zwei gut gewählte Farben und eine saubere Kante. Besonders schön wirkt das, wenn ein ruhiger Grundton auf einen kleineren kräftigen Block trifft.
Hier planst du einen senkrechten Farbblock über mehrere Schubladen. Du kannst die Idee zurückhaltend mit Salbei und einem warmen Rotton umsetzen oder mit kräftigem Blau, Gelb und Rot in Richtung Primary Play gehen. Entscheidend sind der passende Lackaufbau für deine Oberfläche und genügend Zeit zwischen den Schichten.
Eine einfache Aufteilung, die sofort funktioniert
Für den Einstieg bleibt der Korpus in einem ruhigen Ton, beispielsweise Cremeweiß. Die Schubladen bekommen eine gemeinsame Grundfarbe. Das rechte Drittel jeder Front erhält einen zweiten Farbton. Geschlossen entsteht ein zusammenhängender senkrechter Block; die schmalen Fugen bleiben frei.
Zeichne die Front der Kommode zuerst auf Papier. Teile die Gesamtbreite in drei gleich große Bereiche und färbe einen davon als Akzent ein. Bei 90 Zentimetern Frontbreite wäre der rechte Block 30 Zentimeter breit. Miss trotzdem jede echte Front aus: Die Rechnung ist eine Gestaltungshilfe und ersetzt keine Kontrolle am Möbel.
Farbkombinationen für einen sanften Einstieg sind Salbei und warmes Korallrot, gedecktes Blau und helles Sand oder Creme und Kirschrot. Für einen deutlicheren Primary-Play-Look kannst du Blau als größere Fläche und Rot als schmalen Block wählen; Gelb taucht nur in einem kleinen Gegenstand daneben auf. So musst du nicht alle Grundfarben auf die Kommode bringen. Weitere Kombinationen findest du im Farbkonzept für Wohnräume.
Das brauchst du für deine Colour-Blocking-Kommode
Plane mehrere kurze Arbeitsphasen über mehrere Tage. Zum Reinigen, Vorbereiten und Streichen kommen die Trocknungs- und Aushärtezeiten. Berührungstrocken bedeutet noch nicht belastbar oder bereit für Klebeband. Miss vor dem Einkauf die zu streichende Fläche: Breite × Höhe jeder Front, dazu die Kanten. Multipliziere die Fläche mit der Zahl der Anstriche und vergleiche sie mit der Reichweite auf der Dose.
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Farbe und Vorbereitung
- Dein Möbel: eine stabile Kommode mit intakten Fronten, passenden Schraubendrehern und ihrer ursprünglichen Kippsicherung.
- Zwei abgestimmte Farben: Möbellack in Salbei* und Möbellack in Terrakotta* sind eine konkrete Kombination aus derselben Produktreihe. Die Töne greifen die grün-warme Idee auf; die Bildschirmdarstellung ersetzt keine echte Farbprobe. Beide Gebinde enthalten jeweils 750 ml. Wandfarbe ist kein Ersatz für Möbellack.
- Grundierung für diesen Aufbau: Möbelgrundierung* aus der zugehörigen Reihe. Alpina sieht sie vor dem genannten Decklack vor. Sie ist daher Teil dieser Materialliste. Bei Folie, Melamin, Wachs oder problematischen alten Beschichtungen muss die konkrete Untergrundfreigabe passen; das Beispiel ist kein Universalaufbau für jedes Möbel.
- Reinigen: Anlauger und Entfetter* für geeignete tragfähige Altanstriche. Nach Packungsangabe verdünnen, verdeckt auf Verträglichkeit prüfen und die Fläche mit klarem Wasser nachwaschen. Rohes Holz nicht durchnässen. Dazu brauchst du Wasser, einen Eimer und saubere fusselfreie Tücher.
- Von Hand anschleifen: Schleifklotz mit Schleifpapier*. Das Set enthält unter anderem Körnung 180 und 240. Für glatte beschichtete Fronten ist feines, vorsichtiges Anrauen sinnvoll; die genaue Körnung richtet sich nach dem Untergrund und Lackaufbau. Die ebenfalls enthaltenen groben Blätter nicht automatisch verwenden. Sie können Furnier und Kanten schnell beschädigen.
Streichen, abkleben und den Arbeitsplatz schützen
- Lackierrollen mit Farbwanne* für die Flächen und ein Flachpinsel-Set* für Kanten und schmale Bereiche. Plane für die beiden Farbtöne getrennte saubere Rollen ein. Pinsel und Rollen nach Vorgabe reinigen, solange der wasserbasierte Lack noch nicht eingetrocknet ist.
- Malerband für empfindliche Flächen*. Geringere Klebkraft ersetzt die verdeckte Ablöseprobe nicht. Der Grundanstrich muss ausreichend fest sein.
- Ein Maßband oder gerades Lineal*, Bleistift und ein Rest Papier für deinen Entwurf. Ein vorhandener Zollstock und Bleistift reichen.
- Wiederverwendbares Abdeckvlies* für den Boden; die verlinkte Packung enthält zwei Zuschnitte von jeweils 1 × 5 m. Eine bereits vorhandene dichte Schutzunterlage erfüllt denselben Zweck. Sichere die Ränder gegen Verrutschen und lege die Fronten erhöht auf saubere Auflagen.
- Wiederverwendbare Nitril-Schutzhandschuhe* und eine Schutzbrille* für Reinigung und Beschichtungsarbeiten. Handschuhgröße und Beständigkeit müssen zum eingesetzten Mittel passen; dünne Einmalhandschuhe sind nicht automatisch gleichwertig.
- Beim Schleifen eine dicht sitzende FFP3-Partikelmaske* nach Gebrauchsanweisung tragen und Staub möglichst direkt absaugen. Eine Partikelmaske schützt nicht gegen Lösemitteldämpfe. Unbekannte alte Anstriche zuerst abklären, statt sie einfach abzuschleifen.
Optional: ein handlicher Schleifer für weitere Projekte
Für eine einzelne kleine Kommode reicht häufig der Handschleifklotz. Wenn du öfter glatte Fronten und kleine Holzflächen bearbeitest, kann ein kompakter Multischleifer* Arbeit sparen. Das verlinkte 100-Watt-Gerät wiegt laut Hersteller 0,9 kg und erreicht mit seiner spitzen Platte auch Ecken. Die Staubbox macht die Arbeit nicht staubfrei. Zum jeweiligen Schliff brauchst du passende Schleifblätter; die wenigen mitgelieferten Blätter sind kein unbegrenzter Vorrat. An dünnem Furnier, scharfen Kanten und empfindlichen Stellen bleibst du besser bei kontrollierter Handarbeit. Nicht mit Druck schleifen.
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1. Oberfläche erkennen und die Kommode vorbereiten
Massivholz, dünnes Furnier und eine folierte Spanplatte brauchen unterschiedliche Behandlung. Schau nach Herstellerangaben und prüfe eine unauffällige Stelle. Ein intakter Altanstrich muss tragfähig sein; lose Schichten werden nicht einfach überlackiert. Bei unbekannten sehr alten Beschichtungen solltest du vor dem Schleifen klären, ob besondere Schutzmaßnahmen erforderlich sind.
Nimm die Schubladen heraus und kennzeichne ihre Reihenfolge auf einer abgedeckten Stelle der Rückseite. Griffe werden abgeschraubt. Soll der Korpus bleiben, schützt du ihn vor Spritzern. Stelle die Fronten so auf, dass sie nicht an frisch lackierten Kanten aufliegen. Eine saubere, gut beleuchtete Arbeitsfläche hilft mehr als besonders schnelles Streichen.
Entferne Schmutz, Fett und Pflegemittelreste mit einem für die Oberfläche geeigneten Reiniger. Lass alles trocknen. Raue die Fläche anschließend gemäß Lackanleitung vorsichtig an und entferne den Staub vollständig. Auf dünnem Furnier und Folie darfst du nicht bis auf den Träger schleifen. Für glatte beschichtete Fronten ist ein dafür vorgesehenes Haftsystem wichtig; ein beliebiger Holzgrund reicht nicht automatisch.
Bei einer IKEA-MALM-Kommode ist besonders wichtig, die konkrete Ausführung zu prüfen: Nicht jede Front hat dieselbe Oberfläche. Behandle sie nicht pauschal wie rohes Massivholz. Erhalte außerdem die vorgesehene Wandverankerung und montiere sie nach dem Umbau wieder gemäß Anleitung. Das Farbprojekt ersetzt keine Kippsicherung – auch in der Mietwohnung nicht.
2. Zum Lacksystem passend grundieren und die Haftung prüfen
Beim oben genannten Alpina-Lacksystem gehört die Möbelgrundierung vor den Decklack. Trage sie auf dem freigegebenen Untergrund dünn auf. Eine Haftgrundierung verbessert die Verbindung zu schwierigen glatten Flächen; eine Isoliergrundierung kann gegen durchschlagende Holzinhaltsstoffe nötig sein. Das sind unterschiedliche Aufgaben. Wähle nach der Oberfläche und den Angaben zum Decklack.
Führe den vollständigen Aufbau zuerst auf einer verdeckten kleinen Stelle oder einem passenden Reststück aus. Lass die Probe ausreichend trocknen und prüfe, ob die Beschichtung fest sitzt und der Farbton gefällt. Wenn sich die Probe ablöst, hilft eine dickere Farbschicht nicht. Kläre dann Reinigung, Untergrund und Grundierung, bevor du die sichtbaren Fronten bearbeitest.
3. Die Grundfarbe gleichmäßig auftragen

Rühre den Möbellack* sorgfältig auf. Streiche kleine Kanten zuerst mit dem Pinsel und rolle die Fläche anschließend dünn mit der Lackierrolle*. Nimm nur so viel Farbe auf, dass sich eine gleichmäßige dünne Schicht ergibt. Läufer und dicke Farbränder entstehen schnell, wenn die Rolle zu voll ist.
Lass die erste Schicht nach Vorgabe trocknen. Falls ein Zwischenschliff vorgesehen ist, arbeite fein und entferne danach den Staub. Trage die nächste Schicht auf, bis die Grundfarbe gleichmäßig deckt. Streiche nicht ständig über eine schon anziehende Stelle; damit kann die Oberfläche unruhiger werden.
4. Den Farbblock über alle Fronten ausrichten
Warte, bis der Grundanstrich die vom Lack- und Klebebandhersteller verlangte Festigkeit erreicht hat. Setze die trockenen Schubladen probeweise ein und markiere die spätere Kante mit kleinen Bleistiftpunkten. Kontrolliere mit dem Lineal, ob der Block von oben bis unten eine gerade Linie bildet. Danach arbeitest du wieder an den herausgenommenen Fronten.
Klebe die Fläche ab, die in der Grundfarbe bleiben soll. Die sichtbare Kante des Bandes liegt genau an deiner Markierung. Drücke diese Kante sorgfältig an, ohne die ganze Fläche übermäßig festzureiben. Teste die Ablösbarkeit des Bands vorher verdeckt. Auf einer noch weichen Lackschicht kann selbst feines Malerband Farbe mit abziehen.
Bei einem dafür geeigneten Lackaufbau kannst du die Bandkante zunächst sehr dünn mit der Grundfarbe versiegeln. Kleine Unterläufer haben dann dieselbe Farbe wie der Untergrund. Lass diese dünne Lage nach Systemvorgabe trocknen. Teste den Ablauf auf deiner Probe, statt verschiedene unverträgliche Produkte zu kombinieren.
5. Den zweiten Farbton streichen und das Band abziehen
Trage den Akzentton dünn auf die freie Fläche auf. Rolle vom Band weg in den Farbblock, ohne Lack an der Kante aufzuhäufen. Falls ein zweiter Anstrich nötig ist, beachte die Überarbeitungszeit. Entferne das Band zum vom Hersteller empfohlenen Zeitpunkt langsam und kontrolliert. Eine vollständig verhärtete Lackbrücke kann beim Abziehen ausreißen; zu früher Zug kann dagegen die frische Oberfläche beschädigen.

Ist eine kleine Stelle unterlaufen, lass sie erst ausreichend trocknen. Bessere sie dann mit einem feinen Pinsel und wenig Grundfarbe aus. Dicke Farbwülste nicht direkt im nassen Zustand wegschleifen. Für die nächste Front lohnt es sich, die Ursache zu prüfen: zu viel Lack, schlecht angedrückte Bandkante oder eine unebene Oberfläche.
6. Aushärten lassen und wieder montieren
Lass die Fronten getrennt trocknen und aushärten. Vermeide, sie früh aufeinanderzustapeln oder die Kanten unter Druck an den Korpus zu legen. Schraube die Griffe erst wieder an, wenn der Lack dafür fest genug ist. Eine zusätzliche Klarlackschicht gehört nur dann dazu, wenn sie für dein gewähltes System vorgesehen und kompatibel ist.
Setze die Schubladen in ihrer ursprünglichen Reihenfolge ein und kontrolliere, ob sie frei laufen. Sichere die Kommode wieder entsprechend ihrer Montageanleitung. Stelle in den ersten Tagen keine schweren Dekorationen auf neue Lackflächen und reinige später nur so, wie der Lackhersteller es erlaubt.
Wenn etwas schiefgeht: drei Fehler gezielt beheben
- Der Lack löst sich beim Abziehen des Bands: Häufig ist der Grundanstrich noch zu weich oder die Haftung stimmt nicht. Stoppe, lass die Fläche aushärten und prüfe den Aufbau verdeckt. Lose Stellen entfernen, Übergänge vorsichtig glätten und im passenden System neu aufbauen. Danach erst eine neue Bandprobe machen.
- Die Farblinie springt von Schublade zu Schublade: Einzelne Fronten wurden unabhängig voneinander gemessen. Richte die Linie am zusammengesetzten Möbel aus und markiere jede Front. Ist die Linie schon falsch, lass den Lack fest werden und korrigiere den Farbblock an einer gemeinsamen Bezugslinie.
- Die Fläche bekommt Rollspuren oder klebt an den Kanten: Zu viel Lack und zu frühes Zusammenbauen können die Ursache sein. Dünn auftragen, anziehenden Lack in Ruhe lassen und die Fronten getrennt aushärten lassen. Einen fest gewordenen Läufer nach Vorgabe glätten und dünn überarbeiten; nicht nass wegschrubben.
Kleiner Planungstrick: Zeichne die Kommode auf Papier und färbe erst ein schmales, dann ein breiteres Feld ein. Klebe den bevorzugten Entwurf daneben an die Wand. So bleiben Proportion und Linienführung beim Arbeiten sichtbar, ohne dass du ständig neu entscheiden musst.
Farbe statt neuer Möbel – auch in einer Mietwohnung
Die Idee bringt Farbe in den Raum, ohne eine Wand neu zu streichen. Sie ist trotzdem keine rückstandslose Veränderung: Ein überlackiertes Möbel bekommt seine ursprüngliche Oberfläche nicht einfach durch Abziehen zurück. Wähle deshalb ein eigenes Stück, das du wirklich verändern möchtest. Bei geliehenen oder zur Wohnung gehörenden Möbeln ist vorher eine Zustimmung nötig.
Damit die Kommode im Raum nicht allein wirkt, wiederhole einen ihrer Farbtöne in einem kleinen Detail. Ein Kissen, ein Bild oder eine Vase genügt. Die übrige Umgebung darf ruhig bleiben. Gerade diese klare Aufteilung macht Colour Blocking alltagstauglich: ein vertrautes Möbel, zwei Farben und eine Linie, die alles zusammenhält.





